Der Vollverstärker läuft seit Jahren zuverlässig, die Lautsprecher stehen gut, der CD-Spieler bleibt immer öfter aus. Musik kommt heute meist von Spotify, TIDAL oder Qobuz auf dem Telefon – nur die Verbindung zur Anlage fehlt. Ein Netzwerk-Streamer schliesst diese Lücke, ohne dass Verstärker oder Lautsprecher ersetzt werden. Damit das im Alltag funktioniert, braucht es drei Entscheidungen: wie angeschlossen wird, wo gewandelt wird und welches Gerät die Lautstärke regelt.
Was ein Streamer übernimmt – und was nicht
Ein Streamer holt Musik aus dem Netzwerk – von Streamingdiensten, Internetradio oder einem NAS – und übergibt sie der Anlage. Verstärker und Lautsprecher bleiben, wie sie sind. Der WiiM Pro zeigt diese Rolle gut: Der Hersteller beschreibt ihn ausdrücklich als Streamer, nicht als Verstärker. Er wird per WLAN oder Netzwerkkabel eingebunden und unterstützt unter anderem AirPlay 2, Google Cast, Spotify Connect, TIDAL Connect und Roon Ready. Gespielt wird direkt aus der gewohnten App. Welche Qualität ein Dienst liefert, hängt laut WiiM von Dienst, Abo, Region und Quelle ab.
Analog oder digital: Wo wird gewandelt?
Der WiiM Pro hat einen analogen Cinch-Ausgang mit eingebautem Wandler sowie einen optischen und einen koaxialen Digitalausgang. Daraus ergeben sich drei Wege:
| Anschluss | Wer wandelt digital in analog | Sinnvoll, wenn … |
|---|---|---|
| Cinch an einen freien Hochpegeleingang des Verstärkers | der Wandler im WiiM Pro | der Verstärker keinen Digitaleingang hat oder der Aufbau einfach bleiben soll |
| Optisch oder koaxial an einen externen DAC oder Verstärker mit Digitaleingang | der vorhandene Wandler | bereits ein guter DAC in der Anlage steht |
| Cinch an Aktivlautsprecher | der Wandler im WiiM Pro | keine separate Verstärkung vorhanden ist |
Steht bereits ein guter DAC in der Anlage, bleibt er in der Regel der Wandler, und der Streamer wird zur digitalen Quelle. Ohne Digitaleingang ist der Cinch-Ausgang der direkte Weg.
Wer regelt die Lautstärke?
Regeln zwei Geräte gleichzeitig, ist die Anlage mal zu leise, mal unerwartet laut – je nachdem, welcher Regler zuletzt bewegt wurde. Deshalb zuerst festlegen, an welcher Stelle geregelt wird, und erst danach den Streamer einstellen.
- Verstärker, Vorstufe oder DAC mit eigener Lautstärkeregelung: Die Regelung bleibt dort. In der WiiM Home App lässt sich dafür eine feste Ausgangslautstärke aktivieren. Dann wird die Hörlautstärke am nachgeschalteten Gerät geregelt.
- Endstufe ohne Lautstärkeregler oder Aktivlautsprecher ohne bequeme Bedienung: Dann regelt der Streamer. Die feste Ausgangslautstärke bleibt ausgeschaltet, gesteuert wird über App, Gerät oder Fernbedienung.
Vor jeder Umstellung die Wiedergabe stoppen und vorhandene Lautstärkeregler herunterdrehen. Bei Endstufen ohne Regler oder direkt angeschlossenen Aktivlautsprechern muss der Streamer bereits vor der Wiedergabe auf einen niedrigen variablen Pegel eingestellt sein. Erst danach langsam lauter stellen.
Ein typischer Aufbau
Ein Vollverstärker mit Fernbedienung, ein freier Hochpegeleingang, kein Digitaleingang. Der WiiM Pro wird per Cinch angeschlossen, ins Netzwerk eingebunden und in der WiiM Home App eingerichtet. Weil der Verstärker die Lautstärke regelt, wird am WiiM die feste Ausgangslautstärke aktiviert. Gespielt wird über Spotify Connect, TIDAL Connect oder AirPlay 2. Kommt später ein externer DAC dazu, wechselt nur die Verbindung: vom Cinch-Ausgang auf den koaxialen oder optischen Ausgang.
Grenzen, die man kennen sollte
- Die analogen und optischen Eingänge des WiiM Pro, etwa für Fernseher oder Plattenspieler mit Phono-Vorstufe, lassen sich laut WiiM nur an andere WiiM-Geräte weitergeben, nicht an HomePod-, Echo- oder Google-Lautsprecher.
- Unterstützte Dienste und Funktionen hängen vom jeweils aktuellen Stand von App und Firmware ab.
- Wer eine anspruchsvolle digitale Kette mit eigenem DAC betreibt, findet in einem Streaming-Transport wie dem Matrix Audio TT-1 mehr digitale Anschlussvarianten, darunter AES/EBU und einen eigenen USB-Ausgang für DACs.
Nächster Schritt
Welcher Anschluss passt und wo die Lautstärke sitzt, hängt von den vorhandenen Geräten ab. Hilfreich ist eine Liste der Geräte mit ihren freien Ein- und Ausgängen. Damit lässt sich die Frage in einer Beratung zu Audio und Heimkino rasch klären; einen Termin können Sie direkt online vereinbaren.
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